Kurse für Harmonielehre, Gehörbildung und Rhythmik

Übungssoftware

eBook Harmonielehre

eBook Rhythmik

Das natürliche Moll - Die Moll-Parallele

Bewertung:  / 44
SchwachSuper 

Sicher hast du schon von den Moll-Tonarten gehört. Die Begriffe Dur oder Moll bezeichnen das Tongeschlecht und beschreiben den Klangcharakter. Dabei muss nicht zwingend eine Tonart gemeint sein. Dreiklänge, Vierklänge und verschiedene Tonleitern in Moll hast Du ja bereits kennen gelernt. In diesem Artikel soll es aber nur um das natürliche Moll gehen.

Als einfachstes Unterscheidungskriterium, zwischen Dur- und Moll-Tonarten, dient der Klangchrakter, denn dieser ist hörbar. Eine Dur-Tonart hört sich fröhlicher und klanglich hart an. Das natürliche Moll hingegen klingt etwas bedrückt und weich.

Das natürliche Moll wird gebildet, indem man die Töne der Dur-Tonleiter ab der sechsten Stufe verwendet, also vom Grundton der Dur-Tonleiter eine kleine Terz abwärts. So ergibt sich als charakteristisches Intervall die kleine Terz (zwischen 1. und 3. Ton), die für den Moll-Charakter verantwortlich ist. Das natürliche Moll, auch reines Moll genannt, entspricht der Kirchentonleiter Äolisch (siehe Die Kirchentonleitern).

Am Beispiel C-Dur wäre die parallele Moll-Tonart a-Moll. a-Moll besitzt, genauso wie C-Dur, kein Vorzeichen. Beginnen wir die Stammtonreihe von A weg, so ergibt sich für die a-Moll-Tonleiter folgende Tonfolge:

A - H - C - D - E - F - G - A

In Noten:

a-Moll

Die Halbtonschritte liegen zwischen dem 2. und 3. Ton, sowie zwischen dem 5. und 6. Ton. Nochmal erinnern, bei der Dur-Tonleiter liegen die Halbtonschritte zwischen 3./4. und 7./8. Ton.

Nach diesem Schema lassen sich alle parallelen Moll-Tonleitern zu den Dur-Tonleitern aufbauen.

Aus den Tonleitern ergeben sich dann die Vorzeichen für die Tonart, ist ja alles schon von den Dur-Tonleitern bekannt. Wir haben also zwei Tonarten mit den gleichen Vorzeichen, einmal Dur, einmal Moll. Diese nennen sich Parallel-Tonarten.

Beispiel: a-Moll ist die Moll-Parallele zu C-Dur, C-Dur ist die Dur-Parallele zu a-Moll.

Was unterscheidet die beiden Tonarten bzw. Tonleitern voneinander? Schließlich bestehen sie aus dem exakt gleichen Tonmaterial. Nun, es ist der Ausgangspunkt. Hören wir die Tonfolge vom C aus, so hören wir Dur. Ist A der Ausgangston, so hören wir Moll. Komisch, nicht? Wie schon vorhin erwähnt, ist an diesem Umstand die Terz der Tonleiter schuld. Ist sie groß, wie C - E, so hören wir Dur, ist sie klein, wie A - C, so hören wir Moll. Daher auch die Begrifflichkeiten Moll-Terz und Dur-Terz (die Erklärung war ich ja schon lange schuldig).

Es ist also immer eine Frage des Bezugssystems, genauer gesagt, des tonalen Bezugs. Bei geschriebenen Noten ist es allerdings nicht immer so einfach festzustellen, ob ein Song in Dur oder Moll notiert ist. Es hilft der Blick auf den Schlußakkord, da dieser häufig die Tonika ist. Ist dies nicht der Fall, so bleibt nur den Gesamtzusammenhang der einzelnen Akkorde zu analysieren. In der Regel lassen sich Kadenzen erkennen, die dann auf Dur oder Moll hindeuten.

Ich möchte noch auf die Frage eingehen, warum ausgerechnet die äolische Kirchentonleiter als parallele Moll-Tonart auserkoren wurde. Schließlich gibt es unter den Kirchentonleitern noch verschiedene andere Tonarten die eine Moll-Terz besitzen und somit auch gute Anwärter zur Moll-Parallele wären. Platt gesagt, es hat sich historisch so entwickelt. Aber es gibt auch gute Gründe dafür, warum es sich so eingestellt hat.

An jeder anderen Kirchentonleiter gibt es, mehr oder weniger, eine Kleinigkeit auszusetzen.

Die lokrische Kirchentonleiter kommt gar nicht in Frage. Durch die verminderte Quinte gehört sie in das Reich der halbverminderten Skalen. Phrygisch wäre da schon besser, allerdings stört die kleine Sekunde, die den prägnanten Halbtonschritt zwischen 2. und 3. Ton einen Ton nach unten verschiebt. Dorisch ist an sich ganz ok, zum Improvisieren bestens geeignet. Jedoch stört hier die große Sexte, die der Tonleiter einen Hauch Dur verleiht.

And the winner is: die äolische Tonleiter. Hier passt alles bestens. Die reinen Intervalle Quarte und Quinte sind da, alle anderen Intervalle sind klein und klingen schön nach Moll. Deshalb wird das äolische Moll auch natürliches Moll oder reines Moll genannt.

Das natürliche Moll ist eine wunderschöne Tonart, es lohnt sich wirklich das näher anzusehen. Probier's am Instrument aus, es macht Spaß!



Besucherumfrage

Was spielst Du für ein Instrument?
Was interessiert dich an meiner Seite?
... und viele Fragen mehr.

Die Ergebnisse sind sofort sichtbar, eigene Antworten können eingereicht werden

Besuchermeinungen

Ich finde deine Website super! Meine jahrelange Angst vor Harmonielehre schwindet dahin... Ganz besonders wichtig sind die Übungen für mich. Und ich mache sie alle!


Vielen Dank für die ganze Arbeit! Habe jetzt mit meinen 23 Jahren zum ersten mal nicht nach der ersten Seite die Lust verloren (dank der guten Struktur und deutlichen Erklärung). Weiter so!


Alles gut… immer weiter so. Ist perfekt für Musiktheorie-Idioten wie mich.


Inhalt und Didaktik sind brilliant. Ein ganz riesiges Dankeschön!!! Ich habe jetzt Dinge verstanden, die mir andere nicht beibringen konnten. Der Lehrstil ist ganz große Klasse!


Bin begeistert - einfach, aber verständlich erklärt und die Zusammenhänge übersichtlich dargestellt.


Ein dickes Lob an den Macher. Wirklich eine klasse Lernseite, besonders für Anfänger.


Ich habe einige Bücher zur Harmonielehre gelesen. Aber keines war so einfach und logisch aufgebaut wie dieser Online-Kurs. Meines Wissens ist dieser Kurs der Beste hinsichtlich Verständlichkeit und Didaktik!


Großartige Einführung in die Musiktheorie, vielen Dank dafür und bitte weiter so!


Danke das Du sowas Gutes eingerichtet hast das für Jedermann zugänglich sein kann!


Absolut klasse gemacht diese Seite. Perfekt für ein Selbststudium zusammen gestellt, wie ich es mir aneignen möchte.


Wer ist online?

Aktuell sind 234 Gäste und keine Mitglieder online